Ursprünglich wollte ich nach dem Fotografieren des Komyoji-Tempels in die Nähe des Bahnhofs Nagaoka Tenjin zurückkehren und dort mit einer anderen Buslinie zum Zenpoji-Tempel fahren. Da die Haltestelle jedoch ganz in der Nähe des Nagaoka Tenmangu-Schreins lag, schlenderte ich hinein, um ihn zu erkunden und etwas zu essen. Nach einem Vormittag im beliebten Komyoji-Tempel, wo ich die Herbstfärbung bewundern konnte, war ich angenehm überrascht, den weitläufigen Nagaoka Tenmangu-Schrein erstaunlich leer vorzufinden, was mir umso mehr gefiel. Ich genoss die Ruhe, die auf das Treiben folgte.
Sugawara no Michizane, der Gott des Lernens, wird im Tenmangu-Schrein verehrt und soll den Menschen Glück beim Studium und bei Prüfungen bringen.
Sugawara no Michizane wurde am 1. August 845 (im 12. Jahr der Jōwa-Ära) während der Heian-Zeit geboren, einer Zeit großen Friedens und Wohlstands in Japan und dem goldenen Zeitalter der Hofkultur. Er befand sich auf dem Höhepunkt seiner literarischen Karriere und war ein angesehener Gelehrter, Dichter und Politiker. Man sagt, er habe bereits mit fünf Jahren Waka-Gedichte verfassen können, was sein literarisches Talent unter Beweis stellte und ihm den Ruf eines Wunderkindes einbrachte. Im Alter von 33 Jahren wurde Sugawara no Michizane zum Literaturwissenschaftler ernannt und später von Kaiser Daigo zum Minister der Rechten befördert. Er konnte jedoch den Verleumdungen des Ministers der Linken, Fujiwara no Tokihira, nicht standhalten und wurde zum Regenten in Dazaifu auf Kyushu degradiert, wo er schließlich in Depressionen starb.
Der Tenmangu-Schrein wird hier aus folgendem Grund vorgestellt: Er ist Sugawara no Michizane, dem japanischen Gott des Wissens, gewidmet. Diese Schreine sind über ganz Japan verstreut und haben ihren Ursprung in Dazaifu. Wie bereits erwähnt, reiste Sugawara no Michizane, nachdem er zu Dazaifu herabgestuft worden war, durch Nagaoka-kyo in Kyoto. Ihm zu Ehren wurde hier ein Tenmangu-Schrein errichtet. Der Nagaoka Tenmangu-Schrein zeichnet sich durch den weitläufigen Hachijo-Teich aus, und entlang des Weges zum Schrein säumen etwa 150 Jahre alte Azaleenbäume die Zufahrt und bieten ein wunderschönes Bild, das besonders im Herbst, wenn sich die Ahornblätter leuchtend rot färben, atemberaubend ist.

▲ Nach meinem Besuch des Guangming-Tempels bin ich mit dem Bus hierher gefahren.

▲ Am Nachmittag zeigte sich schließlich die Sonne, nachdem das Wetter zuvor wechselhaft mit Wolken und Sonnenschein gewesen war.

▲ Der Weg zum Haupttor unterhalb des Tores ist mit Azaleen gesäumt.

▲ Dies ist kein beliebter Ort für Touristen, um die Herbstfärbung zu bewundern, daher herrscht hier eine sehr friedliche Atmosphäre.



▲ Als wir leise hindurchgingen, war es nicht sehr laut von den Leuten.

▲ Am Tag der Ankunft, dem 26. November, waren einige der roten Blätter bereits verblasst, doch ihre leuchtend rote Schönheit blieb ungebrochen.



▲ Wenn man nach oben schaut, ist der Himmel, der mit roten Blättern bedeckt ist, unglaublich schön.

▲ Wenn Sie hierher kommen, nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie die Landschaft und lassen Sie sie auf sich wirken.


▲ Das gelegentliche Zusammenspiel von Licht und Schatten wird Sie in Staunen versetzen.

▲ Vorbereitungen zum Betreten der Haupthalle.
Sugawara no Michizanes Gedicht über Herbstblätter bringt seine Treue zu seinem Herrn vollends zum Ausdruck.
Seine Gedichte und Prosatexte wurden in dem zwölfbändigen Werk *Suga-ke Bunsō* gesammelt. Selbst im Exil in Dazaifu setzte er sein literarisches Schaffen fort. Eines seiner Waka-Gedichte ist in der *Okura Hyakunin Isshu* (Hundert Dichter von Okura) enthalten. Weitere Forschungen ergaben, dass nicht nur chinesische Literaten im alten China ihre politische Frustration in Gedichten ausdrückten; auch japanische Gelehrte taten dies. Vielleicht weckte der Anblick der Herbstblätter überall Gefühle der Sehnsucht nach dem Herrn und der Treue zum Vaterland. Im Folgenden ist eines seiner Waka-Gedichte zu lesen:
This no du wa coin mo tori gan e zu hand facing the mountain red leaves no brocade god no sui ni (Chinesische Übersetzung: Diese Reise war nicht vollendet, aber die Hand wandte sich dem Berg zu wie rote Brokatblätter und folgte der Seite des Gottes.)


▲ Wenn ich mir die Herbstblätter in Kyoto ansehe, liegt die Schönheit meiner Meinung nach in den reichen und vielfältigen Farbschichten.




▲ Alle Touristen drängen sich immer noch rund um den Kōmyō-ji-Tempel, deshalb sind hier wirklich nicht viele Touristen. (lacht)

▲ Sugawara no Michizanes göttlicher Bote – Bruder Niu.

▲ Wenn Sie den Tenmangu-Schrein besuchen, müssen Sie nach einem Gelehrtenamulett fragen. Das goldene Muster darauf stellt eine Pflaumenblüte dar.




▲ Auch der angrenzende Innenhof erstrahlt in leuchtenden Herbstfarben.



▲ Dadurch werden die Farbschichten sichtbar.



▲ Nach dem Besuch dieses malerischen Ortes war der heutige Ausflug zur Betrachtung der Ahornblätter sehr lohnend.




▲ Wenn Sie nächstes Jahr die Herbstfärbung hier bewundern möchten, können Sie zuerst den Guangming-Tempel besuchen und anschließend hier spazieren gehen. Sehr empfehlenswert!
◎ Nagaoka Tenmangu-Schrein
– Adresse: 2-15-13 Tenjin, Nagaokakyo City, Präfektur Kyoto
– Telefon: 075-951-1025
– 開放時間:4-9月,9:00-18:00;10-3月,09:00-17:00
– Offizielle Website:http://www.nagaokatenmangu.or.jp/




